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Sagen und Geschichten

Der gefangene Nix

 

Die Nixe ähneln kleinen Kindern. Sie kleiden sich in funkelndes Rot und tragen grüne Mützen. Um den Scharmützelsee herum klingt es von ihren Schelmenstreichen, und die Nähe des Wassers macht sie bei allen Müttern gefürchtet. Der Nix liebt es nämlich, die Gestalt eines fremden Jungen anzunehmen und mit den Dorfkindern zu spielen und sie immer näher an den See zu locken, bis ihn eines zum Opfer fällt.

Einmal um die Mittagszeit gingen Bauern auf verbotenen Fischfang und fingen einen Nix im Netz. Sie wollten ihn auch an Land ziehen und brachten ihn auch bis ans Ufer, aber da sträubte er sich und schrie so entsetzlich, daß sie erschreckt davonrannten und Netz und Fang im Stich ließen.

 

 

Der Nix mit dem Kuchen

 

Einmal sahen zwei Bauern, die am Ufer des Scharmützelsees Gras mähten, aus dem Wasser Rauch aufsteigen und einer sagte zum andern: “ Da backt der Nix Kuchen!” Nicht lange dauerte es, da erschien der Nix mit einem schönen Napfkuchen. Die Bauern wischten sich den Mund, denn Kuchen galt ihnen als ein Leckerbissen. “Eßt ihn ganz auf, aber laßt ihn ganz, sonst kostet`s euch den Hals”, rief der Nix und machte sich davon. Die Grasmäher, klug und bedacht wie alle Märker, schnitten den Kuchen in der Mitte völlig aus und ließen nur den Rand übrig. “Das hat euch der Teufel gelehrt!” rief der Nix, als er zurückkam und sich betrogen sah und verschwand im Wasser.

 

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